18.01.2016

Deutschland: Verfolgten Christen eine Stimme geben

Bayerischer Innenminister lobt die Evangelische Allianz

Nürnberg (idea) – Die weltweite Christenverfolgung wird oft unterschätzt und verschwiegen. Diese Ansicht vertrat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Kundgebung für Religionsfreiheit der örtlichen Evangelischen Allianz. An der Demonstration am 17. Januar nahmen rund 600 Menschen teil. Er lobte, dass die Gebetswoche der Evangelischen Allianz die Diskriminierung von Christen sowie die Gewalt gegen sie thematisiere und den Betroffenen eine Stimme gebe. Dem Politiker zufolge werden 100 Millionen Christen weltweit schikaniert. Das Christentum sei die am meisten bedrängte Religion. „75 bis 80 Prozent aller Menschen, die weltweit verfolgt werden, sind Christen. Noch nie wurden so viele Christen diskriminiert“, sagte Herrmann. Er beklagte, dass in 64 Ländern und damit einem Drittel aller Staaten Christen nur über eine eingeschränkte oder über gar keine Religionsfreiheit verfügten. Alle fünf Minuten werde laut Angaben der Vereinten Nationen ein Christ aufgrund seines Glaubens getötet.

Appell an die Türkei: Lasst Christen Kirchen bauen!

Christen würden vor allem in muslimischen Ländern benachteiligt, auch in der Türkei. So dürften Kirchen keine Geistlichen ausbilden. Herrmann forderte, dass der Bau von Kirchen dort genauso möglich sein müsse wie in Deutschland die Errichtung von Moscheen. Er kritisierte ferner, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ und der Krieg in Syrien das friedliche Nebeneinander von Christen und Muslimen zerstört hätten. Im Irak gebe es statt 1,5 Millionen Christen nun nur noch 200.000. „Syrien und der Irak sind bald christenfrei“, so Herrmann.

„Muslimischer Extremismus wächst wie ein Krebsgeschwür“

Der Leiter des christlichen Hilfswerks Open Doors Deutschland, Markus Rode (Kelkheim bei Frankfurt am Main), berichtete, dass 2015 im Vergleich zum Vorjahr rund doppelt so viele Christen ermordet und Kirchen zerstört wurden. Dafür sei der islamische Extremismus verantwortlich, der „wie ein Krebsgeschwür wächst“. Aber auch in Indien, der bevölkerungsmäßig größten Demokratie, komme es durch den Hindu-Nationalismus fast täglich zu Übergriffen auf Christen. Träger der Kundgebung in der Straße der Menschenrechte war ein breites Bündnis christlicher Gemeinden und Werke. Zur Teilnahme hatten auch neun mittelfränkische Dekanate der bayerischen Landeskirche aufgerufen.