Eine Einführung in die Internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz

Zur Allianzgebetswoche der Evangelischen Allianz vom 13. bis 20. Januar 2019

Die Gebetswoche beginnt am Sonntag mit dem Thema „Einheit feiern“. Wir feiern landesweit Gottesdienste. Dabei geht es nicht um uns, sondern um Jesus Christus. Er ist der Herr. Der Glaube an ihn und das Bekenntnis zu ihm eint uns.

Im Mittleren Osten und Nordafrika strahlt der Sender Sat7 seit vielen Jahren christliche Fernsehsendungen in persischer, arabischer und türkischer Sprache aus. Besonders beliebt ist dieser Sender für die wertvollen Familien- und Kinderprogramme. Ziel: Die Christen in dieser Region in ihrem Glauben und Zeugnis für Jesus Christus zu stärken. Einer der Zuschauer aus der arabischen Welt schrieb an den Sender: „Sat7 hat einen besonderen Einfluss auf mein Leben. Ihre Programme haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass ich geistlich gewachsen bin. Ich musste lernen zu lieben und andere anzunehmen wie unterschiedlich sie auch waren.“ Zur Einheit hat uns Gott berufen und die gilt es einzuüben. Das gilt für arabische Christen genauso wie für Portugiesen und Spanier, die übrigens das Thema international für die Gebetswoche 2019 erarbeitet haben. Und auch wir in Deutschland haben die gleiche Berufung von Gott empfangen. Die Einheit will gelebt, gestaltet und gelernt werden. Der Abschnitt aus Epheser 4,1-7 bildet für die Gebetswoche 2019 die Grundlage. In seiner Abschiedsrede an die Gemeindeleiter in Ephesus vergleicht Paulus die Gemeinde mit dem Bild einer Schafherde. „Habt acht auf euch selbst und die ganze Herde“ (Apg 20,28).Jesus ist Mittelpunkt der Herde. Er eint die Herde. Er ist der eine gute Hirte, der sich um die eine Herde – zusammengesetzt aus Juden und Nichtjuden – sorgt (Joh 10,16). Zugleich bittet er seinen Vater im Himmel für sie, „damit sie alle eins seien“ (Joh 17,21).

Die Gebetswoche beginnt am Sonntag mit dem Thema „Einheit feiern“. Wir feiern landesweit Gottesdienste. Dabei geht es nicht um uns, sondern um Jesus Christus. Er ist der Herr. Der Glaube an ihn und das Bekenntnis zu ihm eint uns. Gott selber steht im Zentrum. Auf ihn richten wir uns aus und auf seine Stimme wollen wir hören.

Das geschieht in Anbetung mit Lob und Dank, mit Buße und dem Bekennen von Schuld. Jesus weiß, dass die Einheit gefährdet ist. Die Apostel schreiben in ihren Briefen ebenfalls davon. Es gibt den Widersacher, den Feind und Durcheinanderbringer, der alles daransetzt, dass Einheit und Gemeinschaft in Christus zerstört wird.

Das Wesen des Satans ist, dass er dabei namenlos bleiben will. Manchmal kommt der Böse von außen in die Gemeinde oder er benutzt uns, um zu spalten. Doch da, wo der Hirte ist, sind die Schafe sicher. Die Einheit in Freundschaft, Familie, Ehe und Gemeinde will gestaltet werden, weil sie angefochten ist. Das Gebet – also das Gespräch mit dem Vater im Himmel und dem guten Hirten – ist die Lebensader. Deswegen geht es im weiteren Verlauf der Themen für die Gebetswoche um das konkrete Miteinander! Da dürfen wir sicher viel Zeit für die Fürbitte verwenden.Besonders das gemeinschaftliche Gebet hat die Zusage Jesu, dass er dort gegenwärtig ist. Ich bin dankbar, wenn ich immer wieder davon höre, dass Christen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen sich zum Gebet treffen. Das ist gelebte Allianz. 

Die Einheit in Christus wird dort oft besonders lebendig. Mütter treffen sich zum Gebet für ihre Kinder, andere kommen zum Gebet für ihre Stadt, für unsere Regierung, für Missionare zusammen oder treffen sich an ihrem Arbeitsplatz. Vor zwei Jahren habe ich einen kleinen Gebetskreis im österreichischen Kleinwalsertal kennengelernt. In einer Wohnküche breiten sie die Not der Menschen vor Gott aus. Viele in diesem touristisch erschlossen Tal sind verstrickt in Esoterik und Okkultismus. Auffällig viele Menschen haben sich das Leben genommen, indem sie von einer Talbrücke gesprungen sind. Die Not ihres Tales und der Wunsch, dass Jesus in das Leben der Menschen eingreift, treibt sie ins gemeinsame Gebet. In einer Kleinstadt bittet mich ein Schulabgänger um Gebet. Er sagt: „Unser Schülerbibelkreis besteht aus zwanzig Schülerinnen und Schülern, doch alle verlassen wir jetzt die Schule. Bitte bete, dass wir Nachfolger finden und der Gebetskreis weiter besteht!“ Wenn wir uns in dieser Gebetswoche an unterschiedlichen Orten regelmäßig zum Gebet vereinen, dann ist das kostbar und nicht selbstverständlich. Beten wir besonders auch für die, die diese Einheit in Christus mit anderen Glaubensgeschwistern nicht persönlich erleben können, weil sie krank und pflegebedürftig sind! Ein Kennzeichen der Evangelischen Allianz ist auch das Eintreten und Gebet für unsere verfolgten Glaubensgeschwister.

Einheit lebt davon, dass der Einzelne nicht vergessen wird. Während seines Gefängnisaufenthaltes in der Türkei schrieb Pastor Andrew Brunson Ende 2017 aus der Türkei folgende Nachricht an alle, die für ihn beten: Ich bin zutiefst dankbar für alle, die für mich beten. Diese Anfechtung – Zeit im Gefängnis – hat mich mehr herausgefordert als ich mir bisher vorstellen konnte. Ich bin sehr schwach gewesen, habe viele Zweifel gehabt und fühlte mich einsam. Ich weiß, dass Gottes Gnade mich hält, auch wenn ich diese Gnade nicht spüre und ich weiß, dass die Gebete von Gottes Kindern mich umgeben und mir Kraft verleihen. Eine meiner größten Ängste ist, dass ich im Gefängnis vergessen werde. Danke, dass ihr mich nicht vergessen habt. Es ist eine große Ermutigung, dass Menschen für mich beten. Es erinnert mich, ich bin nicht allein und dass ich aufrecht stehen und zu Gott jederzeit aufblicken kann. Vielen Dank, dass ihr mir beisteht in dieser schwierigsten Zeit. Gottes Segen für Euch. Andrew.

Die letzten beiden Themen der Allianzgebetswoche 2019 sollen deutlich machen, dass die Einheit mit Christus ein missionarisches Ziel hat (Joh17,21). Wir sind Hoffnungsträger für die Welt und sollen die von Gott empfangene Gnade in die Welt tragen. Jeder, der sich wie in den vergangenen Jahren auch dieses Mal wieder auf den Weg macht, um gemeinsam zu beten, stärkt die Allianz unter uns Christen. An manchen Orten sind in den Gebetsräumen noch etliche Plätze frei, um die Einheit zu stärken.

Für die bevorstehende Gebetswoche habe ich mir Folgendes vorgenommen: Ich bete konkret für fünf Personen, die in der Vergangenheit bei der Allianzgebetswoche nicht teilgenommen haben, dass sie in dieser Gebetswoche die Freude an der gelebten Einheit entdecken und dabei sind.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Detlef Garbers
Leiter des Arbeitskreises Gebet und Öffentlichkeitsreferent der Deutschen Missions-Gemeinschaft (DMG), Sinsheim

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